Feierliche Preisverleihung 2013

„Estrongo Nachama Preis für Toleranz und Zivilcourage“ der Stiftung Meridian an Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, verliehen

Die Berliner Stiftung Meridian hat am 07. September 2013 erstmals den „Estrongo Nachama Preis für Toleranz und Zivilcourage“ verliehen. Im Beisein von Lilli Nachama, Ehefrau des Preisnamensgebers und jüdischen Oberkantors, und rund 200 geladenen Gästen aus der türkischen und jüdischen Gemeinschaft sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft überreichte Prof. Dr. Andreas Nachama, Vorsitzender des Kuratoriums, Vorstandsmitglied der Stiftung Meridian, Geschäftsführender Direktor der Topographie des Terrors und Sohn Estrongo Nachamas, die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung an Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

Neben seinem unermüdlichen Engagement im deutsch-türkischen Dialog und der damit verbundenen Integration von Muslimen in Deutschland sei auch sein nachhaltiger Einsatz im Kampf gegen Alltagsrassismus ein weiterer Grund für die Wahl von Kenan Kolat gewesen, erklärt Prof. Nachama. „Herr Kolat macht sich, trotz persönlicher Anfeindungen und Morddrohungen, stets als Vermittler und ́Friedensbotschafter ́ zwischen unseren gesellschaftlichen Mitgliedern mit unterschiedlichem kulturellen und religiösen Hintergrund stark. Ich würde mir wünschen, dass wir mit der heutigen Verleihung des Estrongo Nachama Preis einen wichtigen Schritt zum Aufbau eines ́Trialogs ́ zwischen Juden-, Christentum sowie dem Islam getan haben.“

Die besondere gesellschaftliche Relevanz von Menschen, die sich für ein friedliches Miteinander der hierzulande lebenden Kulturen einsetzen, betonte auch André Schmitz, Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten der Senatskanzlei Berlin, in seiner Laudatio: „Wir brauchen eine engagierte Zivilgesellschaft, die Gesicht zeigt, wo Menschen Unrecht geschieht, weil sie anders aussehen, eine andere Sprache sprechen, etwas anderes glauben oder ein anderes Leben führen. Kenan Kolat ist ein gutes Beispiel für einen Menschen, der in zwei Kulturen zuhause ist und dennoch nicht zwischen den Stühlen sitzt. Er wird längst nicht mehr nur als Vertreter der türkischen Zuwanderer gesehen, sondern zunehmend als Sprachrohr einer demokratischen Kultur und als Promotor einer modernen Integrationspolitik.“

In seiner Dankesrede kündigte Herr Kenan Kolat an, das Preisgeld an gesellschaftliche Einrichtungen und Vereine zu spenden, deren Hauptaufgabe ebenfalls in der Förderung von Toleranz, Akzeptanz und gesellschaftlicher Teilhabe von Minderheiten liegt. „Ich fühle mich außerordentlich geehrt, der erste Preisträger einer solch bedeutenden Auszeichnung zu sein. Toleranz und Zivilcourage gehören zu den Grundpfeilern unserer Demokratie. Leider wird diesen Werten oft zu wenig Beachtung geschenkt. Sowohl in unserer Gesellschaft als auch auf politischer Ebene. Aus diesem Grund müssen insbesondere diejenigen Menschen unterstützt werden, die sich für Minderheiten stark machen.“ Kolat ergänzte: „In Deutschland entwickelt sich eine neue Bewegung von Türken, Migranten, Juden, Sinti und Roma und Homosexuellen. Sie rücken zusammen und arbeiten enger zusammen als jemals zuvor. Diese neue Bewegung ist für die demokratische Entwicklung unseres Landes enorm wichtig. Ich hoffe, dass sich auch andere große Organisationen dieser Bewegung anschließen werden.“

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Meridian, Michael Arndt, der den Preis in Gedenken an Estrongo Nachama ins Leben gerufen hat, ergänzte: „Kenan Kolat ist ein mehr als würdiger Preisträger für diese ehrenvolle Auszeichnung. Unsere Gesellschaft braucht solche Vorbilder, die aktiv gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus kämpfen. Ich hoffe, dass wir mit unserem Preis dahingehend ein Zeichen setzen können, dass mehr Menschen sich der Bedeutung des gesellschaftlichen Engagements stärker bewusst und zum Nachahmen angeregt werden.“

Im Anschluss an die Preisverleihung wurde ein gemeinsames kulturelles Fest gefeiert, dessen Höhepunkt ein Feuerwerk zu Ehren Estrongo Nachamas war. Mit dabei waren u.a.: Herr Ahmet Başar Şen (Generalkonsul der Republik Türkei), Dilek Kolat (Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen), Markus Voigt (Präsident VBKI- Verein Berliner Kaufleute und Industrieller), Thomas Klein (Vorstand Berliner Pressekonferenz), Ulrich Meyer (Journalist), Georgia Tornow (Geschäftsführerin Boulevard der Stars), Dr. Andreas Penk (Vorsitzender der Geschäftsführung der Pfizer Deutschland GmbH).

Hier die Eindrücke in unserer Bildergalerie: